Woran wir unsere Shirts messen

Fast jeder Shop nennt seine Shirts „Premium". Das Wort ist nicht geschützt und kostet nichts. Deshalb steht hier stattdessen, woraus unsere Shirts bestehen — mit den Angaben des Herstellers, und mit den Stellen, an denen sie nicht die Spitze des Machbaren sind.

Was am Stoff wirklich zählt

Ein T-Shirt entscheidet sich lange vor dem Druck — beim Garn, beim Strick und an den Nähten. Fünf Dinge trennen ein Shirt, das nach einem Jahr noch sitzt, von einem, das nach drei Wäschen ausgeleiert ist.

Gekämmt, nicht nur gereinigt

Baumwollfasern werden zunächst maschinell gereinigt und ausgerichtet. Bei günstiger Ware endet der Prozess hier — die kurzen, schwachen Fasern bleiben drin und arbeiten sich später als Fusseln und Knötchen an die Oberfläche. Beim Kämmen werden sie herausgezogen; rund 15 % des Materials fallen dabei weg. Das kostet, macht das Garn aber gleichmäßiger und glatter. Unsere Shirts sind aus gekämmter Baumwolle.

Ringgesponnen, nicht offenend

Das schnelle Industrieverfahren erzeugt ein raueres, steiferes Garn. Das Ringspinnen ist das ältere und langsamere Verfahren — und liefert das weichere, glattere Ergebnis. Unsere Shirts sind ringgesponnen.

Garnfeinheit 32

Die Feinheit des Garns wird in „singles" gemessen: je höher die Zahl, desto feiner der Faden. Zwischen 30 und 40 liegt der Bereich, in dem ein T-Shirt weich fällt und trotzdem hält — darunter wird es grob, darüber gehört es eher aufs Hemd. Unser Garn liegt bei 32.

Seitennähte statt Schlauchware

Die billigste Bauweise ist ein Schlauch ohne Seitennähte: zwei Näharbeitsgänge gespart. Der Preis dafür zeigt sich nach der Wäsche, wenn sich das Shirt zur Seite dreht. Unsere Shirts haben Seitennähte — dazu ein Schulterband aus Köper über der Schulternaht und eine Covernaht an Kragen und Ärmeln.

Vorgeschrumpft

Baumwollfasern werden beim Spinnen und Stricken gestreckt. Beim ersten Wasserkontakt wollen sie zurück — bei nicht vorbehandelter Ware sind bis zu 10 % Einlauf möglich, aus einem passenden Shirt wird ein kurzes. Unser Stoff ist vorgeschrumpft.

Wo unsere Shirts nicht die Spitze sind

Es gibt eine Klasse darüber, und wir erreichen sie nicht. Das gehört hierher, sonst wäre der Rest dieser Seite nichts wert.

  • Es ist keine extralangstapelige Baumwolle. Sorten wie Pima oder Supima haben längere Fasern und ergeben ein noch glatteres Garn. Unsere Shirts verwenden gekämmte Upland-Baumwolle — den guten Standard, nicht die Sonderklasse.
  • Das Garn ist einfädig. Hochwertige Hemdenstoffe verzwirnen zwei Fäden gegenläufig, damit sich das Gewebe nicht verdreht. Bei T-Shirt-Stoffen ist einfädig die Regel — auch bei uns.
  • Es ist Single Jersey, kein Interlock. Interlock ist doppelflächig, formstabiler und schwerer — und bei bedruckbarer Ware praktisch nicht zu bekommen.
  • Zum Kragenbündchen machen wir keine Angabe. Ein Kragen hält seine Form dauerhaft nur mit einem elastischen Anteil im Bündchen. Der Hersteller veröffentlicht dazu keine Materialangabe, und wir behaupten nichts, was wir nicht belegen können. Wenn wir es in Erfahrung bringen, steht es hier — auch wenn die Antwort unbequem ist.

Was wir bewusst nicht sagen

Wir nennen unsere Shirts nicht „die besten". Das wäre eine Behauptung, die wir belegen müssten, und belegen könnten wir sie nicht. Wir sagen auch nicht „luxuriös", „handverlesen" oder „schwerer heißt hochwertiger" — das Gewicht eines Stoffes sagt für sich genommen nichts über seine Güte: Dieselben Gramm kann man aus dickem, lose gestricktem Billiggarn erreichen oder aus feinem, dicht gestricktem. Was zählt, steht oben.

Beim nächsten Shirt selbst prüfen

Diese Handgriffe funktionieren in jedem Geschäft, bei jeder Marke, auch bei unserer. Sie brauchen keine zehn Sekunden.

  1. Am Kragen ziehen. Federt das Bündchen zurück? Bleibt es gedehnt liegen, wird es nie wieder anders.
  2. Hinter den Kragen schauen. Zwei kleine Nähte im Nacken sind ein gutes Zeichen: Dort wurde die überschüssige Weite herausgenommen, statt ein gerades Band in eine runde Form zu zwingen. Fehlen sie, wellt sich der Kragen mit der Zeit.
  3. An der Seite entlangfahren. Keine Naht? Dann ist es Schlauchware, und sie wird sich verdrehen.
  4. Den Saum ansehen. Läuft er gerade, oder ist er wellig und auf einer Seite länger? Ein schiefer Saum ist selten der einzige Mangel.
  5. Die Finger reiben. Fühlt sich der Stoff auffallend seidig-ölig an, kann eine Silikonschicht nachgeholfen haben. Die verschwindet nach zwei bis drei Wäschen — und mit ihr die Weichheit.

Alle technischen Angaben stammen aus dem Datenblatt des Herstellers BELLA+CANVAS zum Modell 3001, das wir für unsere Shirts verwenden. Findest du hier etwas, das nicht stimmt, schreib uns — wir ändern es.